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Tulipan im Britzer Garten

Wenn man an Tulpen denkt, ist Holland nicht weit. Dort werden Tulpen seit dem 16. Jahrhundert kultiviert und gezüchtet. Den Höhepunkt ihrer holländischen Karriere erreichte die Tulpe während der sogenannten »Tulpenmanie« des 17. Jahrhunderts, während derer sie zum beliebtesten Spekulationsobjekt Europas avancierte. Die Preise für Tulpenzwiebeln an der holländischen Börse vervielfachten sich innerhalb kürzester Zeit, bis die »Tulpenmanie« 1637 mit dem ersten Börsenkrach der Geschichte endete.

Der Anfang der Geschichtsschreibung der Tulpe spielt sich jedoch in ganz anderen Gefilden unseres Erdballs ab – nämlich in jenen des heutigen Nahen Ostens, namentlich in Persien und der Türkei. Dort zieren Tulpen bereits seit dem 9. Jahrhundert Keramiken, Miniaturen und Kleider. Berühmt sind heutzutage vor allem die türkischen Mosaike und Fliesen, auf denen die Tulpe zu den häufigsten Gestaltungselementen zählt.

Die Faszination für die Tulpe hält bis heute an. Derzeit unterscheidet man 180 verschiedene Tulpenarten, die in Wild- und Zuchttulpen unterteilt sind. Ihr Farb- und Formenspektrum reicht dabei weit über das klassische Bild der roten, großblättrigen Blüte an dem von zwei Blättern gerahmten Stiel hinaus. Bei uns findest du sowohl winzige Wildtulpen als auch großblättrige Zuchttulpen oder die extravaganten Papageientulpen, die ihre volle Pracht erst zum Ende der Tulpensaison im Mai offenbaren. Insgesamt werden im Britzer Garten sagenhafte 165.000 Tulpenzwiebeln gepflanzt!

Entlang der Kastanienallee bis hin zum Kalenderplatz des Britzer Gartens offenbart sich die Vielseitigkeit der Tulpe in abwechslungsreich bepflanzten Feldern, Wiesen und Beeten. Hier erwarten dich einfache und gefüllte Blüten, lilienblütige und gefranste Tulpenarten und sogar solche mit mehreren Blüten an einem Stiel. Die farbenreichen Blüten der Tulpen treten in einen eindrucksvollen Dialog mit den tiefgrünen Hecken und Rasenflächen, der seinen Höhepunkt im April mit der gleichzeitigen Kirschbaumblüte am Massiner Weg erreicht. Dort bilden die rosa-weißen Blüten der Bäume einen intensiven Farbkontrast zu den farbenfroh blühenden Tulpen.

Der schnellste Weg zur Tulipan: Eingang Massiner Weg

 

Bunt präsentieren sich in diesem Jahr nicht nur die Blumen und Beete: Mit der neuen Kunstinstallation „LET GO“ zaubern mehr als 100 farbige Scheiben beim Betreten der Sonderschaufläche ein außergewöhnliches Licht- und Farbspiel in den Britzer Garten. In das ehemalige große hölzerne Eingangsportal an der Kastanienallee hat die Künstlerin auf einer Fläche von 20 mal 5 Meter bunte Glasdekorfenster eingesetzt. Durch die besondere Eigenschaft des verwendeten Dichroic-Acrylglases wird Licht in Farbe reflektiert, wodurch die über 80 verschiedenfarbigen Scheiben, abhängig von der Sonneneinstrahlung, wandernde, regenbogenfarbene Schatten auf die Umgebung werfen. Mittendurch und -drin flanierend, werden die Besucher*innen Teil des bunten Farbspektrums. Selbst an wolkenverhangenen, grauen Tagen leuchten die Scheiben und setzen bunte Akzente. 

 

Tulipan im Britzer Garten
© Konstantin Börner
Tulipan im Britzer Garten
© Konstantin Börner
Tulipan im Britzer Garten
© Konstantin Börner
Tulipan im Britzer Garten
© Konstantin Börner

Wer die Tulpe ganz besonders schätzt, kann übrigens die Patenschaft für eines der zahlreichen Tulpenfelder des Britzer Gartens übernehmen! Infos zu Tulpenpatenschaften gibt es unter Mitmachen & Spenden.