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Warum der Britzer Garten wichtig ist

Die soziale, ökologische und wirtschaftliche Bedeutung unseres Parks

Öffentliche Parks sind für eine nachhaltige Stadtentwicklung zentral. Sie sind wichtige Biodiversitätsstätten und Begegnungsorte für die Stadtgesellschaft, regulieren das Klima und tragen zur bewussten Ressourcennutzung bei. All das gilt auch für den Britzer Garten. Hier entdeckt ihr, wie wir Nachhaltigkeit vor Ort leben. In Anlehnung an die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen verstehen wir Nachhaltigkeit nicht nur ökologisch, sondern auch sozial und wirtschaftlich. Dabei streben wir an, den Park kontinuierlich und ganzheitlich zu verbessern. Unser Entwicklungskonzept “Britzer Garten 2030” gibt dafür den Rahmen vor: Unter Beteiligung von Besucher*innen erneuern wir etwa die Infrastruktur und stärken die Biodiversität - klimbewusst und kostenschonend.  

 

Viele Pflanzen, bessere Luft

Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen

Stadtbewohner*innen besuchen Parks, um frische Luft zu schnappen, sich die Beine zu vertreten oder ihre Freizeit zu genießen, oft in Gemeinschaft. Doch nicht nur das subjektive, kurzfristige Wohlbefinden steigert sich in der Stadtnatur: Die hohe Pflanzendichte hält Luftschadstoffe wie Feinstaub, Kohlenmonoxid und andere schädliche Gase zurück, die ansonsten Atemwegserkrankungen verursachen oder verschlimmern könnten.

Fit werden und bleiben

Ziel 4: Hochwertige Bildung

Darüber hinaus helfen Parks dabei, den Alltag niedrigschwellig aktiv zu gestalten: Der Britzer Garten eignet sich hervorragend als Laufstrecke für alle Niveaus. Wer Körper und Geist stärken will, kann an einem der regelmäßig stattfindenen Tai-Chi-, Qi-Gong- oder Yoga-Kurse teilnnehmen. Beleben könnt ihr Arme und Beine an den Stationen des Kneipp-Gesundheitsparcours, der über den gesamten Park verteilt ist. Sportevents runden das Angebot ab, alle Termine findet ihr hier.

Workshops für alle

Parks sind zentral für Klima, Flora, Fauna und Mensch, doch die wenigsten wissen, wie genau sie unser Leben beeinflussen. Hier kommen der Campus Stadt Natur und das Freilandlabor Britz e.V. ins Spiel. Das Freilandlabor Britz führt vor allem Kitas und Schulklassen, aber auch Erwachsene und Familien an die Stadtnatur heran. Bei Führungen und Workshops bestimmt ihr Vögel, trefft Amphibien oder Insekten. Auch der Campus Stadt Natur bildet Erwachsene und Kinder weiter. Er fokussiert sich auf Workshops zum Thema Wasser.

Angebote auf dem Forschungsfloß

Dafür gibt es seit Sommer 2025 Angebote auf dem Forscherfloß. Die Holzkonstruktion lädt ein, das Biotop See praxisnah kennenzulernen. Außerdem lernt ihr bei einer Kooperation mit der Britzer Mühle mehr über Ernährung oder werdet bei Ferienaktionen mit Lehm aktiv. Zu allen Umweltbildungsveranstaltungen kommt ihr hier

Doch auch beim regulären Parkbesuch informieren Bild- und Texttafeln, etwa in den Blütenschauen, über botanische Besonderheiten und sensibilisieren für einen bewussten Umgang mit Ressourcen. 

Urbane Oase

Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden

Gerade im Sommer sind öffentliche Grünflächen unerlässlich, um das Stadtklima herunterzukühlen: Sie spenden Schatten, ihre Pflanzen lassen Wasser verdunsten. Zudem absorbieren Parks nicht nur Schadstoffe, sondern lassen durch ihre unversiegelten Flächen auch in großem Umfang Regenwasser versickern. Auf die Art schützen sie vor Überschwemmungen, entlasten die Kanalisation und vermeiden so Folgekosten für mögliche Unwetterschäden. 

 

 

Unser Umgang mit Niederschlag

Der Britzer Garten betreibt darüber hinaus aktives Regenwassermanagement. Niederschlag wird auf Freiflächen und Dächern gesammelt, dann durch mit Schilf bepflanzte Bodenfilter biologisch und mechanisch gereinigt. Abschließend wird das Wasser gefiltert in den See geleitet. Dieses Wasser ist zuvor unbehandelt in die Kanalisation gelaufen. 

Auch bei der Energiegewinnung setzt der Britzer Garten auf Nachhaltigkeit: Auf den Dächern des Wirtschaftshofs ist eine Photovoltaikanlage installiert, die Solarstrom produziert. Eine weitere soll im Herbst 2025 an der Festplatzbühne angebracht werden.

Wilde Wiesen

Ziel 15: Leben an Land

Das Herzstück des Britzer Gartens sind seine weiten Flächen und Pflanzen. Die nachhaltige Bewirtschaftung der Weideflächen übernehmen unsere Tiere: unsere Skudden-Schafe und unsere Thüringer Waldziegen, beide sind bedrohte Arten. Ihre selektive Pflanzen- und Kräuterauswahl steigert die Biodiversität und schützt die Wiesen. Im Gegensatz zum konventionellen Einsatz von Mähmaschinen wird der Bestand an Insekten geschont, der Lebensraum bleibt langfristig erhalten. Zudem düngen die Tiere den Boden mit ihren Ausscheidungen. 

Schutzraum für bedrohte Arten

In den letzten Jahren haben wir immer mehr Rasenflächen zu Wiesen umgewidmet, um Rückzugsorte für Insekten, Amphibien und Vögel zu schaffen. Um die Bedürfnisse verschiedenster Pflanzen- und Tierarten im Park zu ermitteln, führen wir regelmäßig Untersuchungen der Flora-Fauna-Habitate durch. In unserer Sandlinse finden Wildbienen, die bedrohte Knoblauchkröte oder der Kammmolch Unterschlupf. Die Reptilienburg beherbergt, gerade im Winter, Zauneidechsen und Ringelnattern.